Mountainbike

Das Mountainbike wird derzeit voll unter Strom gesetzt – zumindest was die Innovation angeht. Kaum ein Radhersteller hatte auf der Weltleitmesse Eurobike nicht ein E-MTB zuvorderst am Stand. Wir werfen einen Blick auf spannende Entwicklungen dies- und jenseits der Steckdose.

[pd-f/hdk] Durch das E-MTB finden derzeit neue Zielgruppen zum Offroad-Sport. Klein gewachsene Bikerinnen und Biker etwa hatte E-MTB-Vorreiter Haibike bei der Entwicklung des „Sduro Full Life 6.0“ (3.399 Euro) im Sinn. Der schlanke Akku des Yamaha-Antriebs macht nämlich trotz der Vollfederung auch XS-Rahmen möglich. Einen ähnlichen Ansatz verfolgt Flyer aus der Schweiz mit seinem nur vorn gefederten „Uproc 2 6.30“ (3.899 Euro): Der Rahmen ist flach gehalten, was Bewegungsfreiheit und Überstandhöhe zugute kommt. Das Rad mit Panasonic-Motor kann mit Flyers FIT-System geordert werden, was u. a. ein Zwei-Gang-Getriebe im Motor ermöglicht. Für die etwas härtere Spielart des Stromerns im Gelände hat wiederum Haibike das „Xduro Allmtn 7.0“ (4.499 Euro) gebaut. Mit 150 Millimetern Federweg an Front und Heck sowie großen Bremsscheiben nimmt es viel Bergab-Energie auf, bleibt aber mit dem ins Unterrohr integrierten Bosch-Akku handlich und pflegeleicht.

 

Motorisierung auch im Detail

Bei den MTB-Komponenten finden sich einige Neuheiten, die für E-MTBs sinnvoll sind, aber auch stromlose Biker weiter bringen. So die neue Scheibenbremse „Guide T“ (117 Euro) von Sram: Mit vier Bremskolben ist sie kräftig und verzögert auch bei hohen Geschwindigkeiten oder hohem Gewicht zuverlässig. Gleichzeitig ist sie die günstigste Bremse des Herstellers in der Gattung. Vom höheren Durchschlagschutz der neuen Reifen mit „Apex“-Schutzschicht von Schwalbe (67,90 Euro) profitieren alle Biker, die auf breiten Reifen unterwegs sind. Denn so lassen sich die Reifen mit geringerem Druck und besserer Traktion fahren. Für E-MTBs super, denn sie sind schwerer und unterwegs teils schlechter zu reparieren.

 

 

 

Ein Hauch von Nineties

In der Mode kommen die Dinge zuverlässig immer wieder – so auch beim Mountainbike. Schwalbe hat darum neu den beliebten Reifen Nobby Nic auch als „Classic Skin“ (57,90 Euro) mit beigefarbener Seitenwand im Angebot. So war das bei den ersten MTBs – heute gibt es sie mit allen Vorteilen moderner Gummimischungen, versteht sich. Ebenfalls an die Neunziger erinnert das Thema ovale Kettenblätter, die Sram unter der Bezeichnung „X-Sync 2 Oval“ (126 Euro) anbietet. Damals wie heute ist die Idee dahinter, den Totpunkt der Kurbelumdrehung zu schwächen und damit effektiver, weil „runder“ zu treten. Das Problem war damals u. a. die schlechte Schaltbarkeit – was heute durch die weite Verbreitung des sogenannten Einfachantriebs egal ist, denn hier bietet die Kassette am Hinterrad allein die Bandbreite an Gängen an. Stand der Technik sind zwölf Gänge mit 500 Prozent Entfaltung, wie etwa an Srams Schaltgruppe „GX Eagle“ (499 Euro). Ein Upgrade auf die Olympia-Sieg-bewährte Technik spart tüchtig Gewicht am Rad und kostet im Straßenpreis nicht einmal mehr 300 Euro, wenn man die vorhandene Kurbel weiternutzt.

Neben Helm und Handschuhen hat sich bei Mountainbikern der Knieschoner als Sicherheitszubehör fest etabliert. Neue Ausführungen tragen sich leichter und komfortabler, so etwa das „Omega Knee Pad“ (79,99 Euro) der in BMX-Kreisen bekannten Marke Fuse. Mesh und Lycra machen sie luftig, für Schutz sorgen eine Schaumeinlage von Sas-Tec und der Kevlar-Stoff an der Front.

 

 

 

 

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